Volumenersatz beim kritisch Kranken - Glaube und Evidence 2010
Reinhart, K.; Bauer, M.; Hartog, C.; · Anästhesiologie und Intensivmedizin, Erlangen · 2010 · Heft 4 · S. 219 bis 231
Bibliografische Angaben
Zusammenfassung
Meta-Analysen und neuere Ergebnisse aus großen Studien zeigen, dass Kristal-loide und Kolloide in der Volumentherapie des kritisch kranken Patienten gleichermaßen effektiv sind. Dagegen kann die Anwendung synthetischer Kolloide, d.h. Gelatine, Dextran oder Hydroxyäthylstärke (HES) bei diesem Patientengut zu Koagulopathie und Nieren-versagen führen. Bei HES kommt noch die langfristige Speicherung im Gewebe hinzu, die sich bei gefährdeten Patienten ungünstig auf Morbidität und Sterblichkeit auswirken kann. Diese unerwünschten Kolloidwirkungen sind dosisabhängig und werden erst nach einer gewissen Latenz erkennbar.