Gedichte gegen das Vergessen
Staudacher, D.; · NovaCura, Bern · 2010 · Heft 6 · S. 30 bis 31
Bibliografische Angaben
Zusammenfassung
Maiennacht. Der Sterne mildes Schweigen, Schweigen. Wieder bin ich dort gegangen, gegangen, wo die graden Wände hangen, hangen. Niemals reiner meine Augen, Erd und Himmel einzusaugen.» Ganz leise, unhörbar fast, flüstert Laurenz Reichenbach diese Worte vor sich hin. Seine Betreuerin, Desiree Burk-hardt, weiss, wie sehr er die Gedichte von Conrad Ferdinand Meyer liebt. Herr Reichenbach hat Demenz. Ganz selten spricht er noch. Er sagt Gedichte auf. An den Worten seines Lieblingsdichters hält er sich fest. «Herr Reichenbach ist jetzt wieder in seiner eigenen Welt», denkt Frau Burkharde als sie sein Zimmer betritt.…