Muße:Desertieren aus der Tempogesellschaft
Wißmann, P.; · demenz, Hannover · 2011 · Heft 11 · S. 33 bis 35
Bibliografische Angaben
Zusammenfassung
Das Wort Muße, althochdeutsch „muoza, hatte ursprünglich eine sehr positive Bedeutung. Mit ihm verbunden waren Begriffe wie Ruhe, Genuss und Würde. Und auch das Verb „müssen hatte nicht die heutige Bedeutung, etwa wenn wir beklagen, dass wir arbeiten, zur Schule oder zu einem Termin müssen. „Muo-zan drückte vielmehr das Gegenteil aus: Ich messe mir Raum, Zeit, Gelegenheit und Kraft zu. Für unsere Vorfahren galt Muße als Verwirklichung des Anspruchs, sein Leben selber leben zu wollen. Ein vollkommenes Leben konnte es ohne Muße nicht geben. Muße, das galt als lustvoller, glücklicher und zu erstrebender Zustand. Di…