In falsches Fahrwasser geraten
Koch, M.; · Deutsches Ärzteblatt, Köln · 2012 · Heft 1 · S. 16 bis 18
Bibliografische Angaben
Zusammenfassung
Seit einiger Zeit hört man im-1 mer häufiger die Forderung nach einer „menschlichen Medizin. Das klingt zunächst ganz positiv. Wenn man aber dem Wortsinn nachhört, dann enthüllt sich die Tautologie, ja eigentlich die Absurdität des Begriffes: Medizin bedeutet doch implizit die Kunst, die Wissenschaft, die das Wohl des Menschen zum Ziel hat. Dass wir in letzter Zeit glauben, das Wort „menschlich davor setzen zu müssen, wenn wir ein umfassendes, dem Körper wie auch der Seele und dem psychosozialen Umfeld des Patienten gerecht werdendes Handeln meinen, sollte uns doch sehr nachdenklich stimmen.