Flucht aus dem Bewusstsein
Staudacher, D.; · NovaCura, Bern · 2012 · Heft 1 · S. 9 bis 11
Bibliografische Angaben
Zusammenfassung
Es reicht ein Vogelschrei, um mich weit weg und tief in mich hinein zu werfen», schreibt Aharon Appelfeldt. Der Schriftsteller hat als Kind das Warschauer Ghetto und das Konzentrationslager Auschwitz erlebt. «Alles, was damals passierte, hat sich den Zellen meines Körpers eingeprägt. Nicht meinem Gedächtnis. Die Zellen des Körpers erinnern sich anscheinend besser als das Gedächtnis, das doch dafür bestimmt ist.» (Appel-feld, 2005) Das Schreiben, so Aharon Appelfeld, ermöglicht dem Menschen, «Katastrophen mit Worten einzukreisen, um uns vor ihnen zu schützen». Durch Worte geschützt, wagt er es, «aus den Tiefen me…