So kann ich mich doch niemandem zumuten
ZETTL, S.; · pflegen: palliativ, Hannover · 2016 · Heft 5 · S. 18 bis 20
Bibliografische Angaben
Zusammenfassung
Während das operative Vorgehen für einen damit erfahrenen Chirurgen zum alltäglichen Handwerk zählt, bedeutet es für die betroffenen Menschen einen tiefgreifenden Einschnitt in ihr bisher geführtes Leben. Die Mehrzahl reagiert bestürzt auf die Mitteilung, dass ein künstlicher Darmausgang angelegt werden muss. Gerade in unserer westlichen Kultur hat die Reinlichkeitserziehung einen hohen Stellenwert; der Verlust der Kontrolle der eigenen Ausscheidungsfunktionen ist daher für viele Menschen mit Schamgefühlen, Schmutzund Geruchsängsten sowie der Furcht vor sozialer Ausgrenzung verbunden (Zettl & Hartlapp, 2008).