Überdiagnosen durch Krebsfrüherkennung: Ein komplexes, ofl unterschätztes Problem
Berliner Ärzte, Leipzig · 2017 · Heft 9 · S. 30 bis 31
Bibliografische Angaben
Zusammenfassung
Früherkennungsuntersuchung eine Krebsdiagnose erhält, ist er zuerst erschüttert, aber tröstet sich meist mit dem Gedanken, dass es besser war, den Krebs jetzt in noch frühem Stadium als später in einem fortgeschrittenen Stadium erkannt zu haben. Auch aus ärztlicher Sicht ist es meist berechtigt, aufgrund der früheren Diagnose eine weniger invasive Behandlung und eine bessere Prognose zu erwarten. Daher neigt man dazu, solche Verläufe in Jedem Fall als Erfolg der Früherkennung zu werten. Dennoch kann eine solche Sichtweise zu gefährlichen Trugschlüssen in der Bewertung von Früherkennungsuntersuchungen führen.