Psychische Gesundheit im Kontext des ICD-11: Pathologisierung oder klinische Notwendigkeit?
Daedelow, L.; Heinz, A. · Impu!se, Hannover · 2019 · Heft 1 · S. 8
Bibliografische Angaben
Zusammenfassung
Als der DSM-5 (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, 5. Auflage) veröffentlich wurde, äußerte der Psychiater A. Frances eine einflussreiche Kritik. Moniert wurde beispielsweise, dass nun eine Depression bereits zwei Wochen und nicht erst sechs Monate nach einem Trauerfall diagnostiziert werden könne. Damit werde Trauer pathologisiert. Es gab die berechtigte Sorge, dass Menschen bereits zwei Wochen nach einem Todesfall entweder wieder arbeitsfähig sein müssen oder therapeutischer Hilfe bedürfen. Dabei wurde aber übersehen, dass hier ein hausgemachtes Problem des DSM beseitigt wurde.