Der Angsttod: Zur Geschichtsmächtigkeit von Angst
Bergmann, A. · Praxis Palliative Care · 2022 · Heft 57 · S. 12 bis 17
Bibliografische Angaben
Zusammenfassung
Bereits im Spätmittelalter steigt durch die Pestkatastrophen die Tendenz zu wachsenden Ängsten, die in der Reformation schließlich im „Zeitalter der Angst" gipfelt. Der Angsttod wird geradezu zu einer Begleiterscheinung der Pest. Gleichzeitig wird die Projektion der Angst genutzt, um durch ihre Konzentration auf einzelne Personengruppen wie Hexen oder Juden kollektive Angst auf eine unheilvolle Weise „bekämpfbar" zu machen. Die Moderne wiederum sucht in der Aufklärung ein Weltvertrauen zurückzugewinnen, in einer von Trauer und Katastrophen gezeichneten Welt und sagt dem Angsttod so den Kampf an.