Kommentar I zum Fall: „Palliativversorgung und Transplantation – eine Unmöglichkeit?“
Simon, A. · Ethik in der Medizin · 2020 · Heft 1 · S. 95 bis 99
Bibliografische Angaben
Zusammenfassung
Die Lebendspende von Organen nimmt innerhalb der Medizin eine Sonderstellung ein: Einem gesunden Menschen wird ein Organ entnommen, ohne dass dieser davon einen gesundheitlichen Nutzen hätte. Die Rechtfertigung des ihm zugefügten Schadens liegt im Nutzen für einen anderen Menschen: dem Empfänger des Organs. Diese Schaden-Nutzen-Asymmetrie macht die Lebendorganspende zu einer medizinischen und ethischen Herausforderung. Diese Herausforderung wird im beschriebenen Fall noch gesteigert durch den Umstand, dass der an einer fortgeschrittenen Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) erkrankte und beatmungsbedürftige potentie…