"ADHS" – Geronnene Gewohnheiten
Wenke, M. · Menschen. · 2023 · Heft 4-5 · S. 39 bis 45
Bibliografische Angaben
Zusammenfassung
Der zehnjährige Derek (Name geändert) spielte gern Schach und liebte Waldspaziergänge. Man hatte ihm früh eine „ADHS“-Diagnose gegeben. Daraufhin bekam er regelmäßig Ritalin von seiner Mutter und beschrieb sich selbst als total krank und verdorben – die Diagnose wurde zu einem Teil seiner Identität. Sein sehnlichster Weihnachtswunsch war es, keine „ADHS“ mehr zu haben. Alles, was er tat, war überschattet von diesem ungreifbaren Dämon, sein ganzes Leben hatte keinen Sinn, keine Zukunft, denn die Diagnose kroch überall mit hinein. Er dachte wirklich von sich: „Ohne Tabletten bin ich ein Monster.“ Er, der intellige…