Medizingeschichte(n): Humoralpathologie – Aderlass gegen Wahnsinn
Schott, H. · Deutsches Ärzteblatt · 2005 · Heft 44 · S. 1 bis 1
Bibliografische Angaben
Zusammenfassung
Die Humoralpathologie war eine medizinische Theorie, die im antiken Griechenland entstand und bis ins 19. Jahrhundert Einfluss hatte. Sie basierte auf der Annahme, dass das Gleichgewicht der vier Körpersäfte – Blut, Schleim, gelbe und schwarze Galle – entscheidend für die Gesundheit ist. Bei psychischen Erkrankungen, wie dem Wahnsinn, wurde oft Aderlass als Therapie eingesetzt, um das Gleichgewicht wiederherzustellen. Diese Methode sollte überschüssige Säfte entfernen und somit die Symptome lindern. Trotz ihrer weit verbreiteten Anwendung wurde die Humoralpathologie schließlich durch