Biotininterferenz bei Schilddrüsendiagnostik
Rußwurm, M.; Wild, J.; Göbel, J. · Deutsches Ärzteblatt · 2025 · Heft 20 · S. 1 bis 1
Bibliografische Angaben
Zusammenfassung
Eine 40-jährige Patientin mit einer dialysepflichtigen Nierenkrankheit zeigte nach einer subakuten Thyreoiditis (de Quervain) auffällige Schilddrüsenwerte: leicht erhöhtes TSH (5,8 mIU/L) und stark erhöhtes fT4 (61 pmol/L) sowie fT3 (12 pmol/L). Trotz dieser Werte war die Patientin klinisch euthyreot, was die weitere Diagnostik erschwerte. Die Ursache für die abnormalen Laborwerte war die selbstverordnete Einnahme von hochdosiertem Biotin (10 mg täglich) zur Behandlung von Haarausfall nach der hypothyreoten Phase der Thyreoiditis. Biotin kann Biotin-Streptavidin-basierte Immunoassays stören und zu falsch erhöhte…