Anforderungen an die Auseinandersetzung des Tatrichters mit der Schuldfähigkeitsfrage
N.N. · Recht & Psychiatrie · 2022 · Heft 2 · S. 100 bis 103
Bibliografische Angaben
Zusammenfassung
eitsätze (der Redaktion): 1. Die Entscheidung, ob die Schuldfähigkeit eines Angeklagten zur Tatzeit aus einem der in § 20 StGB bezeichneten Gründe ausgeschlossen oder i. S. v. § 21 StGB erheblich vermindert war, erfordert prinzipiell eine mehrstufige Prüfung. Zunächst ist die Feststellung erforderlich, dass bei dem Angeklagten eine psychische Störung vorliegt, die ein solches Ausmaß erreicht hat, dass sie unter eines der psychopathologischen Eingangsmerkmale des § 20 StGB zu subsumieren ist. Sodann sind der Ausprägungsgrad der Störung und deren Einfluss auf die soziale Anpassungsfähigkeit des Täters zu untersuch…