Heilgymnastin: Ein Frauenberuf feministisch interpretiert
Hüter-Becker, A. · Krankengymnastik, Zeitschrift für Physiotherapeuten, München · 2001 · Heft 2 · S. 271 bis 278
Bibliografische Angaben
Zusammenfassung
Die jungen Frauen, die sich zu Anfang des 20. Jahrhunderts für den Beruf der Heilgymnastin entschieden, waren Töchter des 19. Jahrhunderts mit einem Frauenund Weltbild, das wir prototypisch durch Effi ßriest kennen. Sie trafen bei den Vätern der Heilgymnastik -den Herren im Gehrock - auf ein männliches Weltund Selbstverständnis, das dem des Herrn von Innstetten vergleichbar ist. Die Heilgymnastinnen starteten also in einer doppelten Abhängigkeit ins Berufsleben: die Abhängigkeit der Frau vom Mann und die Abhängigkeit der orthopädischen Hilfsarbeiterin von der medizinischen Hierarchie, in der der Arzt das Gipfelk…