Die Organspende eines Lebenden als supererogatorische Handlung betrachtet
WITSCHEN, D. · Zeitschrift für medizinische Ethik, Ostfildern · 2005 · Heft 7 · S. 277 bis 289
Bibliografische Angaben
Zusammenfassung
Für gewöhnlich wird bei einer Lebendorganspende, die gegenwärtig eine Renaissance erfährt, unter normativ-ethischer Rücksicht erörtert, ob sie überhaupt vertretbar sei. Im Unterschied dazu wird hier aus einer individualethischen Perspektive das Supererogatorische dieser Handlung aufgewiesen. Für diese Qualifizierung reicht das Bestimmungsele-ment nicht aus, der Spender tue mehr als seine moralische Pflicht, da er zu Gunsten eines anderen erhebliche medizinische und psychologische Belastungen bzw. Risiken in Kauf nehme, worauf der Empfänger ihm gegenüber keinen moralischen Anspruch geltend machen könne. Als weite…