Funktionale Analphabeten
Jensen, P. · Sozialmagazin, Weinheim · 2007 · Heft 1 · S. 26 bis 31
Bibliografische Angaben
Zusammenfassung
Analphabetismus ist ein doppeltes Tabu - ein persönliches und ein gesellschaftliches. Es geht um Menschen, die nicht ausreichend lesen, schreiben und rechnen können. Sie erfüllen nicht die Mindestanforderungen, die im Beruf und Alltag an sie gestellt werden. Viele Betroffene kaschieren diese Schwäche, fürchten das Stigma, verbergen ihr Defizit selbst vor Partner und Kindern. Für ein Volk der Dichter und Denker scheint diese Gruppe Menschen ein schwer zu ertragendes Phänomen zu sein. Nachdem Verleugnen als gesellschaftliche Konfliktvermeidung im Westen seit Ende der siebziger Jahre und in Ostdeutschland seit der…