Papillenödem bei Blutungsanämie
K. Wessel, B. Leo-Kottler · Aktuelle Neurologie · 1988 · Heft 03 · S. 86-88
Bibliografische Angaben
Zusammenfassung
Zusammenfassung Bei einer 51jährigen Patientin trat mit einer zeitlichen Latenz von wenigen Tagen nach Gastrointestinalblutung mit hochgradiger Blutungsanämie (HK 16%, Hb 5,3 g/dl) ein beidseitiges Papillenödem mit Visusverfall und Gesichtsfelddefekten auf. Der lumbale Liquordruck war normal. Pathogenetisch scheint Durchblutungsstörungen des Sehnerven infolge der Anämie (Apoplexia papillae) die entscheidende Bedeutung zuzukommen. In der Literatur wurde im Gegensatz hierzu das Papillenödem bei Anämie meist als Stauungspapille bei erhöhtem intrakraniellem Druck gedeutet. Die Früherkennung einer Anämie als mögliche…