Wo „die Doctoren (...) garstig mit den Weibsleuten umgingen (...)”Das Marburger Accouchirhaus aus der Sicht der Frauen
M. Metz-Becker · Zentralblatt für Gynäkologie · 2002 · Heft 8/9 · S. 389-394
Bibliografische Angaben
Zusammenfassung
Zusammenfassung Lieber wäre sie ins tiefste Wasser gegangen als zu ihrer Niederkunft ein Gebärhaus aufzusuchen, gab die wegen Kindsmord verdächtigte Dienstmagd Elisabeth Gunkel 1864 zu Protokoll. Wegen dubioser - und oft tödlicher - Experimente von den Schwangeren zwar gefürchtet, blieben die Gebärhäuser für viele der unter finanziellem oder moralischem Druck stehenden unverheirateten, verlassenen oder verarmten Frauen doch oft einziger Zufluchtsort. Der Beitrag beleuchtet das Wechselspiel der am Medikalisierungsprozess der Schwangeren beteiligten Systeme - Staat, Justiz, Kirche, Wissenschaft, traditionelle Lebe…