Genitalhypoplasie und Medizin
R Bröer · Zeitschrift für Sexualforschung · 2004 · Heft 03 · S. 213-238
Bibliografische Angaben
Zusammenfassung
Übersicht: Die weibliche Genitalhypoplasie tauchte vor dem Ersten Weltkrieg in der gynäkologischen Literatur als vielgestaltiges Syndrom der Unterentwicklung auf, spielte im Nationalsozialismus eine bedeutsame Rolle in der Gynäkologie und verschwand in der Nachkriegszeit wieder nahezu vollständig. Die „Karriere” dieses Syndroms wird in der vorliegenden Arbeit mit der Theorie der sozialen Konstruktion erklärt. Im Wesentlichen werden vier Faktoren für die Etablierung der Genitalhypoplasie verantwortlich gemacht: (1) Die Konfrontation der männlichen Angehörigen einer medizinischen Profession mit einem veränderten B…