Abstinenz als therapieleitendes Paradigma?
A Uchtenhagen · Suchttherapie · 2008 · Heft 12
Bibliografische Angaben
Zusammenfassung
Die Vorstellung von Abstinenz als Therapieziel ist wohl ebenso alt wie die Vorstellung von Sucht als unerwünschtem Verhalten. Man setzt den Beginn dieses Paradigmas beim Amerikaner Benjamin Rush (1772) an, der das Zwangsverhalten und den Kontrollverlust von Alkoholikern als Krankheit beschrieb und als Heilmittel völlige Alkoholabstinenz empfahl. Schon vorher, seit dem 13. Jahrhundert kannte man Trinkverbote, die sich gegen Exzesse richteten und die den unterschiedlichsten moralischen, politischen, ökonomischen Interessen dienten. Auch wenn der Zwang zur Suchtmitteleinnahme bereits Jahrhunderte vorher bekannt war…