Richard von Krafft-Ebing zwischen Kaan und Freud
Volkmar Sigusch · Zeitschrift für Sexualforschung · 2002 · Heft 03 · S. 211-247
Bibliografische Angaben
Zusammenfassung
Übersicht Ein überraschend aufgetauchter Nachlass und die 100. Wiederkehr des Todestages veranlassten den Autor, über Richard von Krafft-Ebings Bedeutung für die Disziplinierung einer Sexualwissenschaft nachzudenken. Während Heinrich Kaan in seiner „Psychopathia sexualis” von 1844 noch auf die Onanie fixiert war und eine Nosologie sexueller Aberrationen nur in nuce bot, vertrat Krafft-Ebing ein bis zwei Generationen später die Auffassung, alle sexuellen Auffälligkeiten könnten zur Krankheit werden. Um diesen sich im 19. Jahrhundert abspielenden Prozess der Medikalisierung von vordem am ehesten als sündhaftes ode…