Intoxikationsbehandlung durch Bindung von Giftstoffen im Magen-Darmkanal: Tierkohle oder „Universalantidot”?
D. Henschler, P. Kreutzer · DMW - Deutsche Medizinische Wochenschrift · 1966 · Heft 50 · S. 2241-2248
Bibliografische Angaben
Zusammenfassung
Zusammenfassung Seit etwa zehn Jahren ist im deutschen medizinischen Schrifttum zur Therapie oraler Vergiftungen die Gabe eines „Universalantidots”, bestehend aus 2 Teilen Aktivkohle, 1 Teil Gerbsäure und 1 Teil Magnesia usta, empfohlen worden. Es stammt aus England und den USA, sein Ursprung ist bis ins Jahr 1904 zurückzuverfolgen. Eigene Versuche an Mäusen ergaben, daß das Antidotgemisch weder bei Alkaloiden (Strychnin, Aconitin, Coniin, Chinin, Atropin, Yohimbin, Nicotin) noch bei Insektiziden (Parathion, Parexan), Hypnotika (Phenobarbital, Glutethimid), Analgetika und Antipyretika (Acetylsalicylsäure, Acetop…