Geschlechtsunterschiede bei Schizophrenie – Therapeutische Implikationen
A Riecher-Rössler · Fortschritte der Neurologie · Psychiatrie · 2005 · Heft 10
Bibliografische Angaben
Zusammenfassung
Schizophrene Psychosen weisen deutliche Geschlechtsunterschiede auf: Frauen zeigen nicht nur einen verzögerten Erkrankungsbeginn in jungen Jahren, sondern auch eine Häufung nach dem 45. Lebensjahr. Auch scheint der Verlauf der Schizophrenie bei jungen Frauen günstiger als bei jungen Männern und bei älteren Frauen. Eine Erklärung für diese Befunde bietet u.a. die Östrogenhypothese, die dem weiblichen Sexualhormon, das bei jungen Frauen physiologisch hohe Spiegel aufweist, eine protektive Wirkung bei schizophrenen Erkrankungen zuschreibt. Eine Verifizierung dieser Hypothese könnte neue therapeutische Möglichkeiten…