Der Weichselzopf - Krankheit, Aberglaube, Charakterprofil und Erinnerungskultur
R. Möhn · Aktuelle Dermatologie · 2008 · Heft 01/02 · S. 45-51
Bibliografische Angaben
Zusammenfassung
Zusammenfassung Die Ärzte früherer Jahrhunderte haben aus einer spontanen, im Verlauf der unterschiedlichsten Erkrankungen, zusätzlich mit Infektionen aller Art, mangelhafter Hygiene und Verlausung auftretenden Haarverfilzung eine Krankheit sui generis gemacht, die sog. Weichselzopfkrankheit. Das Erscheinen eines mehr oder weniger prächtigen Zopfes war zwar ein schwerer Schicksalsschlag, wurde aber andererseits häufig nicht ungern gesehen, da man glaubte, der Zopf diene der Ausleitung schlechter Körpersäfte und ein ungestörtes Wachstum führe später zur Heilung von schwerer Krankheit. Ein Abschneiden in der Blüte…