Behandlung der Lepra im Mittelalter: Vorstellungen und Fiktionen
M. Hundeiker · Aktuelle Dermatologie · 2012 · Heft 04 · S. 121-125
Bibliografische Angaben
Zusammenfassung
Zusammenfassung Der Umgang mit Leprakranken im Mittelalter war durch tradierte Lehrmeinungen geprägt, aber auch durch gezielte Fiktionen. So untermauerten Päpste, weil das NT von Heilungen durch Christus berichtet, Ansprüche auf dessen Nachfolge mit Legendenerfindungen wie die der Heilung Konstantins durch Silvester I. In Heiligenlegenden war Umgang mit Kranken eine Probe der Humilitas. Lepra bekam ein Doppelgesicht: einerseits Sünden-Strafe, andererseits Probe; Heilung bedeutete Gnade. Trotz alledem war aber die Übertragbarkeit der Krankheit als Ausgrenzungsgrund (3. Mose 13: 45 – 46) nicht vergessen. Lepra war…