Die Dämmerung der Neuzeit: Giovanni Boccaccios „Das Dekameron“ und die Tradition des genetischen Verstehens
Moritz Eric Wigand, Felicitas Petra Söhner, Markus Jäger, Thomas Becker, Hauke Felix Wiegand · Fortschritte der Neurologie · Psychiatrie · 2018 · Heft 06 · S. 335-341
Bibliografische Angaben
Zusammenfassung
Zusammenfassung Boccaccios „Das Dekameron“ ist ein Werk, das im ausgehenden Mittelalter entstand, aber bereits neuzeitliche Ideen zum Menschen als Individuum enthält. Vor dem Hintergrund der Kontroverse um den Einfluss der Neuzeit auf Psyche und Psychiatrie und auf das Konstrukt der Identität untersuchen wir „Das Dekameron“ hermeneutisch mit einem Fokus auf Beschreibungen einer Gesellschaft im Wandel, der Liebe (als Ausdruck des Individuums), von seelischem Leiden und der Rolle therapeutischen Handelns. Dabei zeigt sich, dass es bei Boccaccio ein Interesse an intrapsychischen Vorgängen als Ausdruck der frühen Ne…