Medizin in einer Gesellschaft, die kein Schicksal duldet Eine Kritik des Machbarkeitsdenkens der modernen Medizin
MAIO, G.; · Zeitschrift für medizinische Ethik, Ostfildern · 2011 · Heft 6 · S. 79 bis 98
Bibliografische Angaben
Zusammenfassung
Um medizinethische Debatten in ihrer Tiefenstruktur zu begreifen, bedarf es einer philosophisch-anthropologischen Reflexion, die über das Pragmatische hinaus Grundfragen des Menschseins in den Fokus nimmt. Der vorliegende Beitrag widmet sich dem Verhältnis von Medizin und Philosophie, indem er den Begriff des Schicksals reflektiert. Am Beispiel der gegenwärtig diskutierten Methode der Präimplantationsdiagnostik wird deutlich: Im Grunde stellt die Präimplantations-diagnostik nichts anderes dar als die kategorische Ablehnung des Schicksals, sofern man Schicksal als das versteht, was nicht sein müsste, das aber ist…