Evidenzbasierte Medizin als neue Hebammenkunst? Doppelte Falle
Duden, B.; · Hebamme.ch, Bern · 2013 · Heft 6 · S. 4 bis 9
Bibliografische Angaben
Zusammenfassung
Es ist bedenkenswert, dass die Nutzlosigkeit oder gar Zweckwidrigkeit gehäufter medizinischer Interventionen zuerst in der Geburtsmedizin formuliert wurde. Schon 1972 behauptete Archie Cochrane, ein schottischer Epidemiologe, aufgrund von statistischen Daten des gesamten britischen Gesundheitswesens, die Geburtsmedizin sei das Schlusslicht beim Einsatz von Massnahmen, die erwiesen wirksam sind, ärger noch als die Chirurgie. In den 1950er und 1960er Jahren waren auch in Grossbritannien Kaskaden von Interventionen in die ehemals «normale» Geburt zur Regel geworden - der Dammschnitt, die Weheneinleitung, die Blasen…