VERTRAGSÄRZTLICHES SYSTEM - TEIL I Von Eros und Ethos des Vertragsarztseins
Siebolds, M.; · Deutsches Ärzteblatt, Köln · 2014 · Heft 7 · S. 1056 bis 1059
Bibliografische Angaben
Zusammenfassung
Klinisch-hermeneutisches Handeln beschreibt ein Erkenntnisverfahren, das auf der gedanklichen Operation der Deutung basiert. Deutung meint hier im Sinne von Gadamer (2) ein Verstehen, das auf einem Sich-hineinversetzen in die jeweilige Krankengeschichte und die akute Krankheitssituation des Patienten beruht. Der Deutende bedient sich dabei immer seiner Vorverständnisse, die er in anderen Deutüngszusammenhängen entwickelt hat. Er bewegt sich somit nach Dilthey (3) in einem hermeneutisehen Zirkel, in dem jede klinische Vorerfahrung die Grundlage der Deutung einer neuen Erfahrung darstellt.