Sterbeangst als Lebensunfähigkeit lernen, angesichts des Todes die Gegenwart zu erfahren.
Richter, H.E. · Praxis Palliative Care · 2022 · Heft 57 · S. 18 bis 21
Bibliografische Angaben
Zusammenfassung
In unserer Gesellschaft erscheint oft nur der Höhepunkt des Lebens zwischen Kindheit und Alter als erstrebenswert. Dadurch wird das bewusste Erleben der Gegenwart verhindert von der Angst vor dem Abgrund, dem Schwachund Abhängigwerden. Insofern ist die Angst zu sterben vielmehr eine Art Lebensunfähigkeit, eine Angst vor einem Leben, dem vermeintlich der Sinn entzogen wurde. Angesichts des nahenden Todes gelingt es wiederum vielen Menschen, die verbleibende Zeit sinnvoll zu nutzen und zu gestalten. Dazu kann auch gehören, sich mit sich selbst und seinem engsten Umfeld auszusöhnen.