Das verwilderte Sterben kollektiver „Hilfsmuster" im Umgang mit der Angst vor Seuchen und Tod
Bergmann, A. · Praxis Palliative Care · 2022 · Heft 57 · S. 22 bis 27
Bibliografische Angaben
Zusammenfassung
Zwischen dem 14. und 17. Jahrhundert versetzten die apokalyptisch anmutenden Zyklen von Wetterextremen, Hunger und Pest die Bevölkerung in einen Zustand kollektiver Todesangst. Die Spirale der Angst forcierte eine Tötungsbereitschaft, die Kriegsund Gewalteskalationen z. B. in Form von Judenund Hexenverfolgungen sozialpsychologisch erklärbar machen. Die Maßnahmen zur Seuchenabwehr waren gekennzeichnet durch eine strikte Quarantäneund Isolationspolitik. Parallelen zum Umgang mit Sterbenden aus dieser Zeit finden sich auch rund um die Coronapandemie. Auf Intensivstationen und in Altenpflegeheimen war der abgeschott…