Grenzen des Selbstbestimmungsrechts im psychiatrischen Behandlungskontext
Duttge, G. · Ethik in der Medizin · 2016 · Heft 8 · S. 195 bis 205
Bibliografische Angaben
Zusammenfassung
Die neuere Rechtsentwicklung betont das Selbstbestimmungsrecht von Psychiatriepatienten dezidiert auch für den Fall ihrer Einwilligungsunfähigkeit. Daraus wird teilweise gefolgert, dass jedwede Zwangsbehandlung per se unzulässig sei. Dies ist aber nicht bloß eine unzutreffende Interpretation des geltenden Rechts, sondern beruht zugleich auf einem reduktionistischen Autonomieverständnis. In Wahrheit sind die Grenzlinien zwischen Patientenwillen und (Zwangs-)Fürsorge nur neu zu justieren: Dabei kommt dem neuen Instrument der psychiatrischen Behandlungsvereinbarung durchaus Bedeutung zu, ohne dass damit aber der Be…