Die Bedeutung des tiefen hermeneutischen Verstehens für die Inklusion
Manfred Gerspach · Menschen. · 2022 · Heft 2 · S. 23 bis 29
Bibliografische Angaben
Zusammenfassung
Im Folgenden möchte ich mich den Widerständen gegenüber der Programmatik von Inklusion annehmen und in diesem Zusammenhang die grundsätzliche Bedeutung der Selbstreflexion betonen. Auf diese Weise kann verdeutlicht werden, dass neben dem politischen Unwillen, gemeinsame wohnortnahe Lebensund Lernfelder zu implementieren – was das neoliberal gewebte Leistungsprinzip zu bedrohen scheint – , auch starke unbewusste Abwehrmechanismen wirksam sind, die einer toleranten und emanzipativen Praxis entgegenstehen. In den Worten von Horkheimer und Adorno: „Was als Fremdes abstößt, ist nur allzu vertraut“ (vgl. 1969, 191).