Stigmatisierungspotenziale genetischer Diagnostik in Vergangenheit und Gegenwart
Stöckel, S. · Das Gesundheitswesen · 2004 · Heft 8/09 · S. 1 bis 1
Bibliografische Angaben
Zusammenfassung
Hintergrund: Die „Erbforschung“ der 1920er bis 1940er Jahre hatte eine als vererbt angenommene Erkrankung als „Minderwertigkeit“ bezeichnet. Der Ausschluss von gesundheitlicher Versorgung und die massenhaft angewandte Sterilisationspraxis im Nationalsozialismus dokumentierten die Folgen derartiger Diagnosen auf dramatische Weise. Angesichts der Warnung vor weiter steigenden Gesundheitsausgaben und einer gleichzeitig zunehmenden medizinischen wie auch öffentlichen Erwartung an die Voraussehbarkeit von Erkrankungen stellt sich die Frage, zu welchen Konsequenzen die Zunahme und Vorverlegung der Risikoprognosen in Z…