Zieloffenheit in forensischer Suchttherapie – Alternativen zur impliziten Abstinenzorientierung sind rechtlich zulässig und therapeutisch sinnvoll
Querengässer, J. ; Baur, A. ; Bezzel, A. ; Körkel, J. ; Schlögl, C. · Recht & Psychiatrie · 2023 · Heft 1 · S. 3 bis 8
Bibliografische Angaben
Zusammenfassung
Abstinenz stellt aktuell das vorherrschende Behandlungsziel forensischer Suchtbehandlung dar Dabei sieht das Strafrecht als Sinn jeglicher forensisch-psychiatrischer Intervention nur vor, dass es nach der Behandlung zu keinen weiteren Straftaten mehr kommt, die auf die psychiatrische Problematik zurückgehen Es lässt offen, wie dies zu erreichen ist In Bezug auf § 64 StGB ist der irreführende Begriff der Heilung vom »Hang«, Suchtmittel im Übermaß zu konsumieren, ebenso wenig mit Abstinenz gleichzusetzen, wie sich eine Abhängigkeitserkrankung nur durch vollständige Abstinenz überwinden lässt