Gewaltrisiko, psychische Krankheit und Stigma: Eine Herausforderung für die Sozialpsychiatrie
Schomerus, G.; Spindler, P. · Sozialpsychiatrische Informationen · 2019 · Heft 1 · S. 13 bis 14
Bibliografische Angaben
Zusammenfassung
Eine wichtige Strategie zur Bekämpfung des Stigmas psychischer Krankheiten ist es, das Stereotyp der Gewalttätigkeit auf der Basis von Fakten zu entkräften. Dabei wird allerdings manchmal versucht, das Risiko statistisch auf andere Eigenschaften zu attribuieren, die in der Regel mit schweren psychischen Krankheiten assoziiert sind – zum Beispiel fehlende Behandlungsbereitschaft, Substanzkonsum oder eigene Gewalterfahrungen. Wir diskutieren negative Konsequenzen dieses Vorgehens und plädieren dafür, Gewaltrisiken nicht zu tabuisieren, sondern individuell und lösungsorientiert mit ihnen umzugehen.