Wofür wir Diagnosen brauchen – und warum wir ihnen misstrauen sollen
Brieger, P. · Sozialpsychiatrische Informationen · 2016 · Heft 4 · S. 16 bis 19
Bibliografische Angaben
Zusammenfassung
Der diagnostische Prozess ist in sich widersprüchlich: Er macht »das Gegenüber« zum Objekt und schematisiert. Diagnosen durchlaufen Moden und gaukeln die Existenz von Kategorien und zeitlicher Stabilität vor. Dennoch gibt es aus der klinischen Erfahrung und der wissenschaftlichen Empirie Argumente für die Notwendigkeit von Diagnosen. Dimensionale Modelle sind zwar weit entwickelt, ihnen fehlt aber in der Praxis die »Griffigkeit«. Dass die Grenzen zwischen krank und gesund sehr viel weniger klar sind, als das oft angenommen wird, lässt sich mit heutigen diagnostischen Modellen nur teilweise in Einklang bringen. D…