Pathisch Urteilen
H. Wiedebach · Balint Journal · 2011 · Heft 01 · S. 25-28
Bibliografische Angaben
Zusammenfassung
Zusammenfassung Ausgangspunkt ist die Medizinische Anthropologie Viktor von Weizsäckers (1886–1957), genauer: seine Lehre vom „Pathischen“. Es geht um eine Haltung zum Leben. Das Leben ist etwas, dessen „Existenz weniger gesetzt als vielmehr erlitten wird“. Eine solche Haltung prägt unser Urteil über andere Menschen wie über uns selbst. Wer sich hier einrichtet, wandelt zwischen Wissen und Nicht-Wissen, klaren Umrissen und bloßen Nuancen, Machen und Geschehenlassen. In dieser Vagheit zielsicher bleiben heißt „pathisch Urteilen“. Wo es gelingt, keimt Friede. Das Loslassen der Hand eines Sterbenden ist eine Probe…