Johanniskraut und Interaktionen – von Stufenplan und Evidence-based Medicine
O Kelber, C Kolb, V Butterweck · Zeitschrift für Phytotherapie · 2015 · Heft 10
Bibliografische Angaben
Zusammenfassung
Es fing an wie im Märchen: Es war einmal ein schönes gelb blühendes Kraut, Hypericum perforatum genannt, aus dem – nachdem schon die Ärzte des Mittelalters und der frühen Neuzeit sein Potenzial erkannt hatten [1] – in den 40er- und 50er-Jahren des 20. Jh. Arzneimittel wie Hyperforat und Psychotonin entwickelt wurden, die vielen depressiven Patienten die Lebensfreude wieder zurückgeben konnten. Damit es noch besser wirkte, setzte man höhere Dosen ein, die sich dann in klinischen Studien so gut bewährten, dass es bald als das wirksamste Kraut im ganzen Land galt [2]. Doch dachten manche, das Geheimnis dieser Wirku…