Ein Patient, der ein Jahr lang mit dem Leichnam seiner Partnerin in einer Wohnung lebte
Rainer Niethammer, Elisabeth Taubert, Jörg Breitmaier · Psychiatrische Praxis · 2005 · Heft 01 · S. 39-41
Bibliografische Angaben
Zusammenfassung
Zusammenfassung Ein 58-jähriger arbeitsloser Maler hatte ein Jahr lang mit dem Leichnam seiner Partnerin in einer Wohnung gelebt und mit niemandem über ihren Tod gesprochen. Bei Aufnahme in die Klinik standen die Minderung von Antrieb, Initiative, Interesse, Spontanmotorik und die Verarmung des sprachlichen Ausdrucks im Vordergrund des klinischen Bildes. Der Patient war nicht in der Lage gewesen, sich um seine eigenen vitalen Bedürfnisse wie Essen, Obdach und Schutz vor Kälte zu kümmern, war deshalb verwahrlost und hatte Erfrierungen erlitten. Diagnostisch gingen wir vom Vorliegen einer Schizophrenia simplex aus…