Die „Kriegsneurose” - ein frühes Modell der pluridimensional verstandenen psychiatrischen Traumatologie
Rainer Tölle · Psychiatrische Praxis · 2005 · Heft 07 · S. 336-341
Bibliografische Angaben
Zusammenfassung
Zusammenfassung Die Kriegsneurosen lösten im Ersten Weltkrieg eine lebhafte Diskussion aus, die psychiatriegeschichtlich im Allgemeinen reduktionistisch wiedergegeben wird als eine Kontroverse somatogen versus psychogen. Die Auseinandersetzungen waren jedoch differenzierter und führten zu wesentlichen Ergebnissen: Es zeigte sich, dass nicht jede psychopathologische Symptomatik neuropathologisch erklärt werden kann. Die Hysterielehre von Charcot und Freud wurde in der Psychiatrie weiterentwickelt. Des Weiteren wurde die multifaktorielle Ätiologie der Kriegsneurosen erkannt; der damalige Diskurs zeigte pluridimens…