Unterschiedliche Wirkung der Immuntherapie auf Schübe und schleichende Progression bei Multipler Sklerose: Deutung und Konsequenzen für die Therapie
M. E. Kornhuber, P. Presek, S. Zierz · Fortschritte der Neurologie · Psychiatrie · 2005 · Heft 03 · S. 143-149
Bibliografische Angaben
Zusammenfassung
Zusammenfassung Die Wirksamkeit verschiedener Substanzen auf Schubparameter ist bei Patienten mit schubhaft remittierender Multipler Sklerose (MS) gut belegt. Patienten mit progredienten MS-Verläufen profitieren dagegen von Immuntherapie kaum. Gegenwärtig wird daher der Behandlungsbeginn nach dem ersten Schub propagiert, auch mit dem Ziel, Degeneration und Behinderung entgegenzuwirken. In der vorliegenden Übersicht wird diese Vorstellung einer kritischen Prüfung unterzogen. Tatsächlich gibt es keine Evidenz, dass durch frühen Beginn einer Immuntherapie die sekundäre Progression verzögert oder abgeschwächt werden…