Transvestitismus in der NS-Zeit – Ein Forschungsdesiderat
Rainer Herrn · Zeitschrift für Sexualforschung · 2013 · Heft 04 · S. 330-371
Bibliografische Angaben
Zusammenfassung
Übersicht Über den Umgang mit Transvestiten in der NS-Zeit liegen bislang keine systematischen Untersuchungen vor. Aufgrund der historischen Herleitung des Transvestitismus aus der „conträren Sexualempfindung“ des 19. Jahrhunderts galt das Verhalten medizinisch als Symptom und juristisch als Indiz der Homosexualität, eine pauschale Zuschreibung, gegen die sich heterosexuelle Transvestiten und Sexualwissenschaftler wandten. In der Weimarer Zeit kam es im Zuge einer Liberalisierung zur behördlichen Anerkennung in Form sogenannter Transvestitenscheine sowie zur Etablierung subkultureller Strukturen. Eine Änderung d…