Die paradoxale Grundstruktur des Sadomasochismus
Sönke Ahrens · Zeitschrift für Sexualforschung · 2006 · Heft 04 · S. 279-294
Bibliografische Angaben
Zusammenfassung
Übersicht: Sadomasochismus, der inzwischen als weitgehend entpathologisiert angesehen werden kann, wird in aktuellen soziologischen Theorien oft als Beispiel für Verhandlungsmoral thematisiert. Er erscheint dann als eine sexuelle Praxis, die vollständig auf freien Entscheidungen aller Beteiligten beruht. Gegen eine solche Beschreibung wendet sich der Autor mit Nachdruck. Auf systemtheoretischer Grundlage attestiert er dem Sadomasochismus vielmehr ein paradoxales Verhältnis von Freiwilligkeit und Zwang. Dieses bestehe in der beständigen Herausforderung, unter den Bedingungen der Freiwilligkeit Zwang auszuüben - e…