Pflege AND Intensivstation AND Dysphagie AND Prophylaxe
Suchbegriff=Pflege AND SCHLAGWORT=Gesundheit AND ZEITSCHRIFT="Die Schwester Der Pfleger, Melsungen" AND AUTOR=Szepan
Urban, T. Reinhardt, F. · Prävention und Gesundheitsförderung · 2026
Bei Patienten mit Post-COVID-19 („coronavirus disease 2019“) haben die oft schon bei geringer objektiver Belastung ausgelösten Beanspruchungsreaktionen Einfluss auf das individuelle Gesundheitsverhalten. Das Gesundheitsverhalten ist Gegenstand der Gesundheitspsychologie und kann aus unterschiedlichen Sichtweisen betrachtet werden. Aus der Sicht der Salutogenese hat das sozial-kognitive Phasenmodell gesundheitlichen Handelns (Health Action Process Approach[HAPA]-Model) eine hohe Resonanz in der Gesundheitspsychologie. Ausgangspunkt war eine Interventionsstudie von Q1-2021 bis Q2-2023 am Post-COVID-19-Zentrum Lausitz (Senftenberg) zur Behandlung der Leitsyndrome „Fatigue“ und „sensomotorische Instabilität“. Es wurde eine beanspruchungsgesteuerte Trainingstherapie als Blended Therapy (analoge und digitale Intervention) sowie ein sich ggf. im zeitlichen Post-COVID-19-Verlauf verstärkender sekundärer psychosomatischer Behandlungsbedarf umgesetzt. Mit dem nachfolgenden leitfadengestützten Experteninterview in Q3-2023 bis Q4-2023 soll eine Erklärung des gesundheitlichen Verhaltens sowie die Möglichkeiten der Beeinflussung des Gesundheitsverhaltens durch Ärzte und Therapeuten für die untersuchte Patientengruppe abgeleitet werden. Mit den Patienten der Interventionsstudie wurde in Q3-2023 bis Q4-2024 eine Beobachtungsstudie mit einem leitfadengestützten Experteninterview und fünf zu beantwortenden Forschungsfragen umgesetzt. Die Interviewauswertung erfolgte mit einer strukturierten Inhaltsanalyse, um spezifische Informationen zum Gesundheitsverhalten der Patientengruppe zu generieren. Als Basis für die Ableitung einer interventions- und stadienspezifische Steuerung des Gesundheitsverhaltens diente das HAPA-Modell. Es wurden Faktoren abgeleitet, die das gesundheitliche Handeln von Post-COVID-19-Patienten generell und in der stadienspezifischen Motivations- und Volitionsphase lenken. Das spezifizierte HAPA-Modell gibt Patienten, Ärzten und Therapeuten Handlungsempfehlungen, um das Therapieverhalten phasenspezifisch und somit auch den Outcome positiv zu beeinflussen. Das HAPA-Modell für Post-COVID-19-Patienten mit Fatigue und sensomotorischer Instabilität erlaubt eine praxisnahe Darstellung von interventionsspezifischen Einflussfaktoren auf das Gesundheitsverhalten. So kann das gesundheitsbezogene Handeln von Patienten, Ärzten und Therapeuten sowie das Therapieverhalten der Patienten positiv gestaltet werden.