Pflege AND Intensivstation AND Dysphagie AND Prophylaxe
Suchbegriff=Pflege AND SCHLAGWORT=Gesundheit AND ZEITSCHRIFT="Die Schwester Der Pfleger, Melsungen" AND AUTOR=Szepan
Kolschen, J. Schüz, B. · Prävention und Gesundheitsförderung · 2026
Niedrige Gesundheitskompetenz (GK) ist u. a. mit einem schlechteren Gesundheitszustand, höherer Mortalität und einer höheren Inanspruchnahme von Notdiensten und Notaufnahmen assoziiert und daher eins der wichtigsten Themen im Bereich Public Health geworden. Bisherige Studien legen eine soziale Stratifizierung von GK nahe, allerdings wurden dabei meist nur Unterschiede in einzelnen sozioökonomischen Dimensionen untersucht. Ziel dieser Arbeit ist, Interaktionen in solchen Dimensionen in ihrer Rolle für niedrige GK anhand der Daten von GEDA2014/2015 zu ermitteln. Daten der Querschnittbefragung „Gesundheit in Deutschland aktuell 2014/2015“ wurden mittels logistischer Regression mit Interaktionen auf den Einfluss soziodemographischer Variablen auf GK untersucht. Niedriges und hohes Alter, niedrige Bildung, niedriges Einkommen, niedriger subjektiver Sozialstatus, niedrige soziale Unterstützung, Arbeitslosigkeit und das Vorhandensein mehrerer chronischer Erkrankungen waren mit niedriger GK assoziiert. Migrant:innen mit niedriger und mittlerer Bildung weisen eine schlechtere GK als Nicht-Migrant:innen derselben Bildungsgruppen auf, während gut gebildete Migrant:innen eine bessere GK zeigen als Nicht-Migrant:innen mit hoher Bildung. Die identifizierten Interaktionen zwischen sozialen Dimensionen weisen auf feinere soziale Unterschiede in GK hin als bislang bekannt. Das kann der Entwicklung von bedarfsgerechten Interventionen dienen, die passgenauer Gruppen mit hohem Risiko für niedrige GK erreichen könnten. Gleichzeitig zeigt sich die entscheidende Rolle von Bildung für GK.
Niedrige Gesundheitskompetenz (GK) ist mit schlechterem Gesundheitszustand, höherer Mortalität und mehr Nutzung von Notdiensten verbunden. Die vorliegende Sekundäranalyse der GEDA-2014/2015-Daten untersuchte mit logistischer Regression, welche sozialen Merkmale und Interaktionen damit zusammenhängen. Berücksichtigt wurden u. a. Alter, Bildung, Einkommen, subjektiver Sozialstatus, soziale Unterstützung, Migrationsstatus, Arbeitslosigkeit und chronische Erkrankungen. Insgesamt zeigten niedriges und hohes Alter, niedrige Bildung, niedriges Einkommen, niedriger subjektiver Sozialstatus, geringe soziale Unterstützung, Arbeitslosigkeit und mehrere chronische Erkrankungen Assoziationen mit niedriger GK. Entscheidend waren zwei Interaktionen: Migrant:innen mit niedriger oder mittlerer Bildung hatten eine schlechtere GK als Nicht-Migrant:innen derselben Bildungsgruppen, während gut gebildete Migrant:innen sogar bessere Werte als gut gebildete Nicht-Migrant:innen aufwiesen. Außerdem unterschieden sich in der Altersgruppe ab 80 Jahren die GK-Wahrscheinlichkeiten deutlich nach Bildung. Die Ergebnisse sprechen für feinere soziale Ungleichheiten in der GK als bisher angenommen und unterstreichen die besondere Rolle von Bildung. Zugleich liefern sie Ansatzpunkte für gezielte, bedarfsgerechte Interventionen, etwa für Migrant:innen mit geringer Bildung und ältere Menschen.