Pflege AND Intensivstation AND Dysphagie AND Prophylaxe
Suchbegriff=Pflege AND SCHLAGWORT=Gesundheit AND ZEITSCHRIFT="Die Schwester Der Pfleger, Melsungen" AND AUTOR=Szepan
Bessel, N. Weißenstein, F. Kühn, L. Choi, K.-e.-a. Diederichs, C. Neugebauer, E. Kleist, L. · Prävention und Gesundheitsförderung · 2026
Menschen in der zweiten Lebenshälfte sind aufgrund der geringen Bevölkerungsdichte und der eingeschränkten (Freizeit‑)Angebote in Brandenburg einem erhöhten Einsamkeitsrisiko ausgesetzt. Sowohl die Art der Freizeitaktivitäten als auch das Ausmaß der sozialen Interaktion während dieser Aktivitäten beeinflussen das Einsamkeitsrisiko und können das subjektive Wohlbefinden steigern. Ziel dieser Studie war es, das Freizeitverhalten von Menschen ab 40 Jahren in Brandenburg zu untersuchen und dessen Einfluss auf das Einsamkeitsempfinden zu analysieren. Von Mai bis Juli 2024 wurden insgesamt 567 Fragebögen sowohl online als auch in Papierform bei Personen ab 40 Jahren mit Wohnsitz in Brandenburg erhoben. Der Fragebogen umfasste 115 Items, die sich in vier Themenbereiche gliedern. Die Auswertung der Daten erfolgte durch deskriptive Verfahren sowie inferenzstatistischer Analysen, welche mittels schrittweise multipler linearer Regressionsanalysen durchgeführt wurden. Die Regressionsanalysen zeigen, dass zunehmendes Alter (β = −0,144, p < 0,01), ein subjektiv besser bewerteter Gesundheitszustand (β = −0,231, p < 0,001) und eine höhere Zufriedenheit mit dem finanziellen Einkommen (β = −0,112, p < 0,05) signifikant mit einem geringeren Einsamkeitsempfinden einhergehen. Während allein ausgeführte Aktivitäten das Einsamkeitsempfinden erhöhen (β = 0,170, p < 0,01), reduzieren gemeinsame Aktivitäten es signifikant (β = −0,608, p < 0,001). Die gemeinsame Freizeitgestaltung wird durch das Zusammenleben mit anderen (β = 0,285, p < 0,001) und die Zufriedenheit mit den Freizeitangeboten (β = 0,250, p < 0,001) positiv beeinflusst. Hingegen sind Alleinlebende (β = −0,232, p = 0,001), Frauen (β = 0,138, p < 0,05) und Personen, die häufiger Medien zur Kontaktaufnahme nutzen (β = 0,161, p < 0,05), eher geneigt, Freizeitaktivitäten allein auszuüben. Gemeinsam und allein ausgeübte Freizeitaktivitäten werden durch unterschiedliche Faktoren differentiell beeinflusst. Hinsichtlich des subjektiven Einsamkeitsempfindens weist gemeinschaftliche Aktivität den stärksten protektiven Effekt auf. Weitere Studien sind erforderlich, um Wirkmechanismen von Freizeitgestaltung auf Einsamkeitsempfinden in ländlichen Regionen differenziert darzustellen. Eine systematische Erfassung regionaler Freizeitbedürfnisse könnte als Basis für eine gezielte Förderung einer gemeinschaftlichen Freizeitgestaltung genutzt werden und folglich präventiv zur Reduktion des Einsamkeitsempfindens beitragen.
Die Studie untersucht das Freizeitverhalten von Menschen ab 40 Jahren in Brandenburg und dessen Zusammenhang mit Einsamkeit. Hintergrund ist, dass in ländlich geprägten Regionen mit begrenzten Freizeitangeboten ein erhöhtes Einsamkeitsrisiko besteht. Zwischen Mai und Juli 2024 wurden 567 Fragebögen online und in Papierform erhoben; 447 vollständige Datensätze gingen in die Auswertung ein. Erfasst wurden soziodemografische Merkmale, Gesundheit, finanzielle Zufriedenheit, Freizeitaktivitäten, Mediennutzung zur Kontaktaufnahme und Einsamkeit. Analysiert wurde mittels deskriptiver Statistik und multipler linearer Regression. Die Ergebnisse zeigen: Höheres Alter, besser eingeschätzte Gesundheit und höhere Zufriedenheit mit dem Einkommen gehen mit geringerem Einsamkeitsempfinden einher. Entscheidend war jedoch die soziale Dimension der Freizeit: Allein ausgeübte Aktivitäten standen mit mehr Einsamkeit in Zusammenhang, gemeinschaftliche Aktivitäten mit deutlich weniger Einsamkeit. Gemeinsame Freizeit wurde vor allem durch Zusammenleben mit anderen und Zufriedenheit mit den Freizeitangeboten begünstigt. Alleinlebende, Frauen und Personen mit häufigerer Mediennutzung zur Kontaktaufnahme übten eher Aktivitäten allein aus. Die Autor:innen folgern, dass gemeinschaftliche Freizeitaktivitäten den stärksten Schutzfaktor gegen Einsamkeit darstellen und regionale Freizeitbedürfnisse systematisch erhoben werden sollten, um gezielte präventive Angebote in ländlichen Regionen zu fördern.