Kurzbeschreibung
Fehlgeburten sind für alle Betroffenen eine Krisensituation. Neben den körperlichen Symptomen stellen sie eine erhebliche psychische und emotionale Belastung dar. Hier ist eine gute medizinische und psychologische Versorgung ausschlaggebend, insbesondere in Bezug auf den fortbestehenden Kinderwunsch. Aufgrund der starken Tabuisierung des Themas in der Gesellschaft werden bestehende Hilfsangebote oft nicht in Anspruch genommen. Zur Überbrückung dieser Versorgungslücke wurden im Rahmen dieser Studie die Bedarfe und Herausforderungen einer digitalen, psychosozialen Begleitung bei Kinderwunsch nach Fehlgeburt untersucht. Um Interventionsziele und Inhalte der digitalen Intervention zu identifizieren, wurden qualitative leitfadengestützte Interviews mit Expert:innen auf dem Gebiert (N = 5) sowie mit Betroffenen (N = 5) durchgeführt. Die Interviews wurden pseudonymisiert transkribiert und mittels deduktiver und induktiver Kategorienanalyse ausgewertet. Expert:innen fordern mehr gesellschaftliche Aufklärung und einen offenen Umgang mit dem Thema Fehlgeburt. Als essentielle Interventionsziele, um Betroffene in der weiteren Kinderwunschphase zu unterstützen, sehen Expert:innen (1) eine gute Trauerverarbeitung, (2) innere Stabilität, (3) die Aneignung von evidenzbasiertem Wissen und (4) eine Einbindung des/der Partners/Partnerin in den Trauerprozess. Die Sinnhaftigkeit der Ziele wurde auch von Betroffenen bestätigt. Wichtig wurde außerdem ein Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen bewertet. Ein digitaler Begleiter stellt eine potenzielle Möglichkeit dar, von Fehlgeburten betroffene Menschen aktiv in der fortbestehenden Kinderwunschphase zu unterstützen.
Das erzeugte PDF enthält ein personenbezogenes Wasserzeichen mit Kundennummer, SubID und Zeitstempel. Die Weitergabe an Dritte ist nicht zulässig.