Kurzbeschreibung
Aufgrund der österreichspezifischen Ergebnisse des HLS-EU im Jahr 2011 wurden nationale Maßnahmen zur Stärkung der Gesundheitskompetenz getroffen. Eine Maßnahme diesbezüglich war die Förderung der Gesprächsqualität in Gesundheitseinrichtungen. Diese Studie untersuchte die Edukation von Patient_innen mit komplexen Wunden im Hinblick auf gesundheitskompetenzfreundliche Kommunikation. In einer deskriptiven Pilotstudie wurden 6 Aspekte der Gesprächsqualität durch teilnehmende Beobachtungen und strukturierte Befragungen (TN = 20) durchgeführt. Die Daten wurden anhand standardisierter Instrumente erhoben. Die Ergebnisse zeigen, dass einige gesundheitskompetenzfreundliche Kommunikationsaspekte bereits umgesetzt werden. Defizite wurden bei der Nutzung von Rückbestätigungstechniken und der Berücksichtigung kultureller Bedürfnisse festgestellt. Nur wenige Patient_innen erhielten schriftliche Informationen oder Informationen in ihrer Muttersprache. Zudem wurde selten auf digitale Medien zur Unterstützung der Edukation zurückgegriffen. Die Befragungen ergaben, dass die meisten Patient_innen die Gesprächszeit als ausreichend und die Umgebung als ruhig und ungestört empfanden. Allerdings gaben nur wenige an, dass ihre Angehörigen aktiv in die Behandlung einbezogen wurden. Der Bedarf für die Verbesserung der Gesprächsqualität wurde in dieser Studie erhoben. Als Empfehlung für die Praxisentwicklung gehen Fortbildungen für Kommunikationstechniken sowie kulturelle Sensibilisierung hervor. Bei mangelnder Generalisierbarkeit der Ergebnisse ist jedoch weitere Forschung notwendig.
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